Refugee11 auf den sozialen Kanälen:

INTEGRATION

Deutschland ist ein Einwanderungsland.1 Es ist nicht neu, dass Menschen aus unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland ein- oder auswandern. Immer wieder gab es auch Zeiten, in denen besonders viele Menschen eingewandert sind.2 Zwischen 1950 und 2015 sind mehr als 46 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen, unter anderem als Kriegsvertriebene, Arbeitsmigrantinnen und –migranten oder Asylsuchende. In diesem Zeitraum wanderten aber auch mehr als 32 Millionen Menschen aus Deutschland in andere Länder aus, um dort zu leben und zu arbeiten.3 

Laut dem Statistischen Bundesamt haben in Deutschland 17,1 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund.4 Das ist ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.5 Deutschland ist ein Land, das sehr vielfältig ist. Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern und mit verschiedenen Religionen leben zusammen. Viele Menschen, deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland gezogen sind, haben heute die deutsche Staatsbürgerschaft, in Deutschland ihre Heimat und sind Teil der Gesellschaft.6

Aias Aosman und Arton Ferati unterhielten sich auf dem Trainingsgelände der SG Dynamo Dresden über die Spielregeln von Integration und Demokratie.

Werte, wie die Achtung der Menschenrechte, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Freiheit des Glaubens und der Religionsausübung sowie das Recht, aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Glaube, religiösen und politischen Anschauungen oder Behinderung nicht diskriminiert zu werden,  sind Teil der Verfassung und gelten für alle Menschen, die in Deutschland leben.7 Egal wie lange Menschen in Deutschland leben und ob sie in Deutschland geboren sind oder nicht: Sie sind verpflichtet, in gleicher Weise die Verfassung und die Gesetze zu achten. Jeder und jedem ist es aber auf der anderen Seite auch überlassen, nach ihren Überzeugungen zu leben, wie sie es individuell für richtig halten, solange sie nicht gegen Gesetze verstoßen oder die Freiheit der Anderen einschränken.8

Das Ziel von Integration ist, dass alle Menschen, die dauerhaft in einem Land zusammenleben, in die Gesellschaft einbezogen sind. Das bedeutet für geflüchtete und eingewanderte Menschen nicht nur die gleichen Rechte und Pflichten wie andere Mitmenschen zu haben, sondern auch am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben teilzuhaben. Gelungene Integration bedeutet dann auch, sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen.9 

Integration kann auch anstrengend sein. Fragen wie Zugehörigkeit, nationale Identität, Teilhabe und Mitbestimmung werden miteinander ausgehandelt und das erzeugt manchmal Spannungen.10

Durch Einwanderung und Migration entstehen aber auch Chancen. So können zum Beispiel durch Einwanderung die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels ausgeglichen werden.11 Deutschland wird immer älter. Es werden nur wenige Kinder geboren und die Menschen leben länger. Das sorgt für steigende Kosten der Kranken- und Rentenversicherung, weil es an Beitragszahlenden fehlt.12 Wenn mehr Menschen in Deutschland leben und arbeiten und es mehr Beitragszahlende gibt, sinken diese Kosten wieder. Nach einer Studie der Weltbank von 2016 können durch zugewanderte Menschen zudem auch wichtige Impulse für Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft entstehen, weil sie neue Ideen und Sichtweisen nach Deutschland bringen.13

Zu Integration gehört auch, dass es sich um eine Entwicklung und einen wechselseitigen Prozess handelt, in dem die Menschen in einer Gesellschaft gemeinsam ein Verständnis davon entwickeln, wie sie zusammenleben wollen. Das gilt genauso für Menschen, die nach Deutschland kommen wie auch für die aufnehmende Gesellschaft, indem sie den neu Ankommenden Möglichkeiten zur Integration bietet.14 Dabei kann es helfen, wenn die aufnehmende Gesellschaft Kontakt zu ihnen sucht.

Quellen

1,3,12
Vgl. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (2016): Einwanderungsland Deutschland. Die Fakten im Überblick. Im Internet: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BPA/IB/Einwanderungsland%20Deutschland.pdf;jsessionid=06D38CDAE3E2B68D3E5077A788AD8545.s3t2?__blob=publicationFile&v=4

1 siehe S. 6  |  3 siehe S. 14f. und vgl. Bundesministerium des Innern (2016): Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Auftrag der Bundesregierung, S. 5, 33. Im Internet: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/Migrationsbericht_2015.pdf?__blob=publicationFile  |  12 siehe S. 18

2
Vgl. Bruno Zandonella, bpb (2016): Themenblätter im Unterricht (Nr. 111). Migration und Integration. Im Internet: http://www.bpb.de/shop/lernen/themenblaetter/224161/migration-und-integration

4
Vgl. Destatis Statistisches Bundesamt (2017): Migration & Integration. Im Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/MigrationIntegration/MigrationIntegration.html. Bei Redaktionsschluss lagen noch keine Zahlen für 2016 vor.

5
Vgl. BAMF (2015): Migrationsbericht 2015, Zentrale Ergebnisse, S. 11. Im Internet: http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Migrationsberichte/migrationsbericht-2015-zentrale-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile

6
Vgl. Schulz-Reiss, Christine (2016): Nachgefragt: Flucht und Integration. Basiswissen zum Mitreden. Bindlach: Loewe Verlag GmbH, S. 8 f.

7,8
Bpb (2012): Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Die Grundrechte (Art. 1-19). Im Internet: https://www.bpb.de/nachschlagen/gesetze/grundgesetz/44187/i-die-grundrechte-art-1-19

9,14
Bundesministerium des Innern (2017): Migration und Integration. Im Internet: http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Migration-Integration/Integration/integration_node.html

10
Naika Foroutan, bpb (2015): Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen. Im Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/205188/einleitung

11
Vgl. Herwig Birg, bpb (2011): Bevölkerungsentwicklung: Soziale Auswirkungen. Im Internet: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/75997/soziale-auswirkungen?p=all

13
World Bank Group (2016): Migration and Development. A role for the World Bank Group, S. 22. Im Internet:
http://pubdocs.worldbank.org/en/468881473870347506/Migration-and-Development-Report-Sept2016.pdf

Alle Links wurden zuletzt am 31. Januar 2017 aufgerufen.

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ist ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung. Im Mittelpunkt steht eine elfteilige Webvideo-Serie, in der junge geflüchtete Amateurfußballer der Mannschaft „Refugee11“ aus Erftstadt bei Köln Fußballprofis begegnen, die selbst Fluchterfahrungen haben. Die persönlichen Geschichten der Spieler stellen individuelle Erfahrungen neben oft abstrakte Informationen zum Thema Flucht und Asyl und machen diese so erfahrbar.

Flucht hat viele Gesichter. REFUGEE ELEVEN zeigt 22 von ihnen.

 

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